Das EU-Statistikamt Eurostat hat das Armutsrisiko bei Arbeitslosigkeit in allen europäischen Staaten berechnet und die entsprechende Statistik in dieser Woche veröffentlicht. Deutschland ist dabei der traurige Spitzenreiter: In der Bundesrepublik gibt es laut Eurostat ein 70,8-prozentiges Armutsrisiko bei Arbeitslosigkeit.
Eurostat: Armutsrisiko bei Arbeitslosigkeit im europäischen Vergleich
Arbeitslose Menschen haben in Deutschland in aller Regel einen Hartz-4-Anspruch, wenn sie erwerbsfähig sind. Durch die ALG-2-Leistungen soll ein „menschenwürdiges Leben“ ermöglicht werden.
Eine Statistik vom EU-Statistikamt Eurostat zeigt nun allerdings auf, dass das Armutsrisiko bei Arbeitslosigkeit in Deutschland bei satten 70,8 Prozent liegt. Damit ist die Bundesrepublik europaweit auf Platz eins in dieser Statistik. Der Berechnung zugrunde liegen Zahlen aus dem Jahr 2016.
In der Statistik folgen Litauen (60,5 Prozent), Lettland (55,8 Prozent), Bulgarien (54,9 Prozent) und Estland (54,8 Prozent). Das Armutsrisiko bei Arbeitslosigkeit ist in Finnland und Zypern mit jeweils 37,3 Prozent am geringsten.
Linken-Chefin Katja Kipping bezeichnet die veröffentlichten Zahlen von Eurostat als
schallende Ohrfeige für CDU, CSU und SPD[.]
Quelle: Zeit Online
In diesem Zusammenhang bekräftigte die Parteivorsitzende erneut die Forderung nach einem Mindestarbeitslosengeld sowie der Abschaffung der Hartz-4-Sanktionen.
Ab wann gilt ein Mensch als arm?
Die hohe Wahrscheinlichkeit der Armut bei Arbeitslosigkeit, wirft natürlich die Frage auf, ab wann ein Mensch eigentlich als arm gilt. Diese Frage ist von Land zu Land anders zu bewerten. Um zu bemessen, wer als „arm“ gilt, ist stets das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen je Haushaltsmitglied heranzuziehen.
Wer weniger als 60 Prozent davon monatlich zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Hat ein Mensch nur 50 Prozent des mittleren Nettoeinkommens der Bevölkerung zur Verfügung, so gilt dieser als arm.